Den typografischen Möglichkeiten im Printbereich sind keinerlei Grenzen gesetzt. Unter anderem stehen Ligaturen, Tausende von Schriftarten in verschiedensten Schriftschnitten oder eigens kreierte Hausschriften zur Auswahl. Wir können Schriften vertikal oder an Kurven ausrichten und sie auf jede erdenkliche Art verändern.
Im Netz haben wir diese Möglichkeiten nur, wenn wir eine Site vollständig in Flash erstellen. Das widerspricht jedoch den Grundsätzen der Barrierefreiheit, ist keineswegs suchmaschinenfreundlich und gibt Probleme mit der Akzeptanz. Flash ist jedoch sinnvoll für manche Spezialeffekte, Filme und Webanwendungen wie Spiele.
In HTML und XHTML sind die Möglichkeiten beschränkt. Zeilen-, Wort- und Zeichenabstände lassen sich verändern, um die Lesbarkeit zu erleichtern. Allerdings ist der Einsatz von Schriften begrenzt, da nur die Schriftarten angezeigt werden können, die auf dem System des Users tatsächlich installiert sind. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorhanden sind nur ein knappes Dutzend Schriften, aber auch diese nicht mit letzter Sicherheit. Deshalb werden für eine Site mehrere Schriften zu Gruppen zusammengefasst; ist die erste Schrift nicht vorhanden, wird die nächste versucht usw. Die Möglichkeiten der Typografie sind weiter eingeschränkt durch die fehlenden Möglichkeiten zur Trennung, was auch Blocksatz eher schwierig macht. Denn letztlich habe ich als Designer keine Sicherheit, wie gross und mit welchen Abständen die Schrift tatsächlich angezeigt wird: einerseits sorgen die verschiedenen Browser und Systeme für Unterschiede, andererseits haben Sie als User die Möglichkeit, die Schriftgrösse zu verändern.
Ungewöhnliche Schriftarten oder Hausschriften lassen sich barrierefrei nur als Grafik-Replacement-Technik verwenden; der Text wird durch eine Grafik im Hintergrund ersetzt, kann aber von Lesegeräten oder Suchmaschinen trotzdem erkannt werden.
Zwar ist es theoretisch möglich, auf diese Weise ganze Seiten anzuzeigen, aber der Einsatz solcher Replacement-Techniken sollte sich aus verschiedenen Gründen auf Überschriften und Schmuckinitialen beschränken.
Das World Wide Web ist noch jung und im Grunde erst am Anfang seiner Entwicklung. Künftige Versionen von CSS werden weitere Möglichkeiten der Typografie bieten. Bereits das kommende CSS 3.0 wird u. a. Fliesstext in Spalten ermöglichen (derzeit erst von Safari unterstützt).
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